Kolumne Küchenchaos Ade

BARRIEREFREIE KÜCHE – FÜR ALLE GUT

Essen verbindet, aber auch eine barrierefreie Küche schafft Gemeinsamkeiten. Mit diesen einfachen Handgriffen werden die Bewegungsmöglichkeiten (nicht nur) für Menschen mit körperlichen Einschränkungen verbessert.

Die Küche ist der Arbeitsraum, in dem alle zusammen gemeinsam aktiv werden wollen. Die Kinder wollen beim Plätzchenbacken helfen, der Ehemann steht sonntags in der Küche und bekocht die Familie, unter der Woche muss alles schnell gehen und die Familienmanagerin hat alles im Griff.
 

 

NACH EINEM UNFALL

Doch was ist, wenn sich ein Familienmitglied mal den Arm bricht oder anderweitig eingeschränkt ist? Wie nutzen wir dann die Küche oder bleibt sie gar kalt?

In meinen Coachings optimieren wir die bestehenden Küchen dahin, dass auch bei eventuellen Einschränkungen die Küche als Arbeitsraum nutzbar bleibt. Ohne größere Umbaumaßnahmen vorzunehmen, gibt es drei einfache Lösungen, wie jeder seine Küche in eine barrierefreie Küche wandeln kann.

barrierefreie Küche

ERSTE MAßNAHMEN

Wechsel der Spültischarmatur
Zum Abwaschen von Gemüse oder zum Nudeln kochen – der Wasserhahn ist eines der meist verwendeten Arbeitswerkzeuge in der Küche. Umso wichtiger ist es, dass wir die Armatur leicht bedienen können. Ersetzen Sie, sofern noch vorhanden, den Drehknauf-Wasserhahn durch einen Einhebelmischer mit Hebel auf der Armatur.
Der Vorteil: Sie können ihn mit der linken oder rechten Hand einfach bedienen oder auch mal mit dem Ellenbogen, sollte die Hand noch eingegipst sein.
Es gibt ein vielseitiges Angebot an Einhebelmischern. Wichtig ist ein großer Schwenkbereich für den Auslauf und ein Wasserhahn mit ausziehbarer Brause, um auch Töpfe bequem mit Wasser füllen zu können.


Tauschen der Unterschränke
Schubladen- oder Auszugssysteme sind sehr nützlich, gerade aus Unterschränken kann man sich dank dieser technischen Innovation einfacher bedienen. Sie schaffen Erleichterung, da man nicht immer auf die Knie gehen muss, um etwas zu suchen. Ist die Küche noch nicht so alt, können die Unterschränke nachgerüstet werden. Das Nachrüsten schafft außerdem mehr nutzbaren Stauraum in der Küche. Das Volumen des Schranks wird nämlich besser ausgenutzt, da alles übersichtlicher verstaut werden kann und nun auch alles leicht herausnehmbar ist. 


Platz schaffen vor Geräten
Ob auf der Arbeitsfläche oder vor Einbaugeräten gilt es, Platz zu haben, um barrierefrei arbeiten zu können. Auch wenn es einfach klingen mag, es ist in der Umsetzung das Schwierigste, gerade bei kleinen Küchen. Schaffen Sie sich freie Bewegungsflächen, um auch in der Küche etwas tun zu können.
Der Geschirrspüler, Kühlschrank und Herd sollten frei zugänglich sein mit einem freien Bewegungsraum von mindestens 90 Zentimetern. Keine Tüten oder Gegenstände sollten die Wege versperren. Das Gleiche gilt für Geräte auf der Arbeitsplatte. Um sie gut bedienen zu können, sollten sie mit einer Handbewegung erreichbar sein und nicht erst von anderen Sachen befreit werden.

Fazit: Indem wir die Küche als Lebensraum so gestalten, dass wir alle einfacher darin arbeiten können, kann die ganze Familie, egal ob mit oder ohne Einschränkung, eine gemeinsame Zeit in der Küche genießen.


Über Bianca Hofmann

Als Designerin, Küchenplanerin und Ergonomie Coach spricht Bianca Hofmann täglich mit vielen Menschen über ihre Wünsche und Träume rund um die neue Küche. Sie unterstützt Familien mit viel Herzblut und Einfühlungsvermögen dabei, ihren Küchen mehr Struktur und Einfachheit zu verleihen und so die Lebensqualität zu steigern. So wird das Zentrum eines jeden Zuhauses wieder zum Wohlfühlort. Küchenträume werden wahr.

www.kuechenchaosa.de


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