Was ist besser: Fett oder nicht fett?
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Fett wurde lange verteufelt, da wurde die Butter auf dem Brot gleich mit einem möglichen Herzinfarkt gleichgesetzt und es wurde alles in Light angeboten. Und auch konsumiert, da die Menschen schnell und gern beeinflussbar sind. Ich möchte Sie gern in die andere Richtung beeinflussen. Nämlich hin zu gesunden Fetten – und diese gerne und reichlich konsumieren.
Fett ist ungesund? Das stimmt so pauschal nicht – entscheidend ist die Qualität der Fettquelle. Fett ist nicht nur ein wichtiger Geschmacksträger, sondern erfüllt auch zentrale Funktionen im Körper: Es liefert Energie, schützt unsere Organe, ist Bestandteil jeder Zellmembran und ermöglicht die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Ohne Fett könnten viele Stoffwechselprozesse gar nicht stattfinden. Moderne Ernährungsempfehlungen unterscheiden daher klar zwischen günstigen und ungünstigen Fettsäuren. Während stark verarbeitete Transfette und ein Übermaß an gesättigten Fettsäuren mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, gelten ungesättigte Fettsäuren – insbesondere Omega-3-Fettsäuren – als schützend für Herz und Gefäße.
Zahlreiche Studien, unter anderem große Beobachtungsstudien wie die PURE-Studie sowie Auswertungen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung, zeigen: Entscheidend ist nicht die reine Fettmenge, sondern das Fettsäuremuster. Hochwertige Quellen sind beispielsweise Olivenöl, Rapsöl, Nüsse, Samen, Avocado und fettreicher Seefisch. Auch die mediterrane Ernährungsweise, wie sie in der World Health Organization regelmäßig positiv bewertet wird, setzt bewusst auf gesunde Fette statt auf fettarme Diäten.
Kurz gesagt: Fett macht nicht automatisch krank – schlechte Fettqualität und stark verarbeitete Lebensmittel sind das Problem. Wer auf natürliche, möglichst unverarbeitete Quellen setzt und industriell gehärtete Fette meidet, kann Fett nicht nur genießen, sondern tut seiner Gesundheit sogar etwas Gutes.
Der wichtigste Grundsatz einer gesunden Ernährung bleibt: Essen wie ein Regenbogen – bunt, saisonal und abwechslungsreich. Vielfalt sorgt dafür, dass unser Körper ein breites Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und unterschiedlichen Fettsäuren erhält. Das gilt ausdrücklich auch für Fette und Öle. Statt sich auf eine einzige Fettquelle festzulegen, lohnt es sich, je nach Gericht und Zubereitungsart zu variieren.
Für hohe Temperaturen eignen sich hitzestabile Fette wie Butterschmalz oder spezielle Bratöle mit hohem Rauchpunkt. Für kalte Speisen hingegen sind kaltgepresste Öle wie Leinöl oder Walnussöl ideal, da sie reich an empfindlichen Omega-3-Fettsäuren sind. Olivenöl passt hervorragend zu mediterranen Gerichten, während Rapsöl durch sein ausgewogenes Fettsäuremuster ein echter Allrounder in der Küche ist. Selbst Biobutter hat – in Maßen eingesetzt – ihren Platz, etwa als bewusster Geschmacksträger.
Durch diesen bewussten Wechsel profitieren Sie nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich. Unterschiedliche Öle liefern unterschiedliche Fettsäureprofile – und genau diese Mischung macht den Unterschied. Achten Sie dabei möglichst auf hochwertige, naturbelassene Qualität. Und damit sind wir beim nächsten Punkt: Warum Bio bei Fetten und Ölen besonders sinnvoll ist.
Wer trotzdem einige Fette gegen fettarme Varianten eintauschen möchte, kann sich hier einen Überblick verschaffen:

Empfohlene Produkte
Gerade bei Fetten entscheidet die Qualität über die gesundheitliche Wirkung. Sehr günstige, stark verarbeitete Produkte enthalten häufig einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren oder ungünstigen Fettsäureprofilen – insbesondere dann, wenn Tiere mit energiereichem Kraftfutter statt mit Gras gefüttert werden oder pflanzliche Fette industriell stark erhitzt und raffiniert werden. Auch versteckte Fette in stark verarbeiteten Lebensmitteln tragen oft mehr zur Belastung als zum Nährwert bei.
Bio-Produkte schneiden hier in vielen Untersuchungen besser ab. Der Grund liegt vor allem in der Fütterung und Haltung der Tiere. Weidehaltung und grasbasierte Fütterung führen nachweislich zu einem höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren und konjugierter Linolsäure (CLA) in Milch und Fleisch. Studien, unter anderem veröffentlicht im British Journal of Nutrition, zeigen, dass Bio-Milch und Bio-Fleisch im Schnitt ein günstigeres Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren aufweisen als konventionelle Produkte. Ein ausgeglicheneres Verhältnis gilt als vorteilhaft für Herz-Kreislauf-System und Entzündungsregulation.
Beim häufig genannten Beispiel Ei hängt die Fettsäurezusammensetzung stark vom Futter der Hennen ab. Werden sie mit omega-3-reichem Futter versorgt – was im Bio-Bereich häufiger der Fall ist –, steigt auch der Omega-3-Gehalt im Ei. Entscheidend ist also nicht allein das Label, sondern die gesamte Produktionsweise.
Das gilt ebenso für Joghurt, Käse, Butter und Fleisch: Die Biovariante weist häufig eine andere Fettsäurestruktur auf und enthält weniger Rückstände aus intensiver Tierhaltung. Bio bedeutet nicht automatisch „perfekt“, kann aber – besonders bei tierischen Produkten – ein klarer Qualitätsvorteil sein, wenn Wert auf ein günstiges Fettsäuremuster und möglichst naturbelassene Herstellung gelegt wird.
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