KINDERLEICHT SEINEN KÜCHENFLOW ERLEBEN!
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Eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen ist es, wie ich meiner Oma beim Kochen helfe. Ja - mit “helfen” meine ich richtig mitarbeiten. Schon als ganz kleines Kind wurde ich von ihr mit einzelnen Aufgaben betraut und durfte beispielsweise Salat waschen oder auch Gurke schneiden.
Für meine Großeltern war es eine Selbstverständlichkeit, und meine Eltern staunten nicht schlecht, wenn ich von diesen Kocherlebnissen erzählte. Später gestand mir meine Mutter einmal, dass sie es gar nicht mochte, wenn ich mit so scharfen Messern hantierte.
Für mich war es aufregend, und weil ich wusste, wie scharf die Messer sind, war ich besonders achtsam und habe mich nie geschnitten. Ich bin in der gemeinsamen Arbeit förmlich aufgegangen und habe Zeit und Raum völlig vergessen. Noch heute als erwachsene Frau erinnere ich mich gerne zurück an die Küchenabenteuer bei meinen Großeltern - vor allem dann, wenn ich selbst in meiner Küche am Schnippeln bin. Das angenehme Gefühl, das ich beim sehr klein Schneiden von Gurken, Paprika und Co empfand, stellt sich dann wieder ein. Heute bezeichne ich das Gefühl als Flow-Zustand: ich gehe ganz auf in dem, was ich tue und bin im Hier und Jetzt.
Heutzutage sind wir immer mehr dazu angehalten, sinnvoll mit unserer Zeit umzugehen. Das Wort Freizeit hat meines Erachtens an Bedeutung verloren. Die Wortschöpfung stammt aus der Zeit der Industrialisierung. Damals gab es die Arbeitszeit und die Freizeit. Die Gestaltung von Freizeit ist ein Luxusgut und liegt im Ermessen jedes einzelnen.
Manche Hobbyköche berichten genau vom Gegenteil: sie gestalten ihre freie Zeit um ihre Küche herum. Sie erarbeiten beispielsweise wochenlang Rezepte für eine Familienfeier und recherchieren auf Märkten, was sie ihren Gästen Besonderes anbieten können. Dabei gehen sie gerne auch mal ein hohes Risiko ein, wenn sie Außergewöhnliches zubereiten. Sie gehen sogar so weit, dass sich Stress einstellt und sie abgekämpft sind von der vielen Küchenarbeit. Gerade an den Feiertagen kommen die gestressten Hobbyköche gerne mal an ihre Leistungsgrenze.
So entsteht natürlich auch kein richtiger Küchenflow und die Freizeit wird eher zur Überforderung.
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1. Suche Dir eine anspruchsvolle Aufgabe, die schaffbar ist.
2. Merke Dir die Aufgabe und versuche Dich bei der nächsten Ausführung zu verbessern.
Beispiel: Ich trainiere mich im Schneiden von sehr kleinen Gurken und Paprikastücken und vergleiche das Ergebnis dann mit einem kleinen Maiskorn. Nebenbei kann in Ruhe mein Nudelwasser kochen, denn ich plane einen leckeren Nudelsalat.
Wichtig beim Flow ist, dass die Aufgabe überschaubar bleibt. Jeder entscheidet selbst, was die Herausforderung ist und in welchem Umfang sie bewältigt werden soll. Ungeliebte Aufgaben können ja weiterhin auch getrost die Alleskönner-Maschinen übernehmen. Hierzu noch ein Beispiel aus meiner Beratung: Eine Kundin von mir verliert Zeit und Raum beim Kneten von Teig. Ihr ist es wichtig, einen gleichmäßigen Teig zu haben. Sie verzichtet auf technische Unterstützung und rührt alles selbst an. Das dauert länger, allerdings erfüllt es sie mit positivem Stress und sie fühlt sich produktiv. Das ist ihr ganz persönlicher Küchenflow-Moment. Und nun viel Freude beim in den Flow kommen!