ENTSAFTEST DU NOCH – ODER GENIESST DU SCHON SLOW?
Lesezeit 5 min
Lesezeit 5 min
Entsaften mit Stil statt Hektik? Slow Juicer sind Entsafter, die sich mehr Zeit für dein Obst und Gemüse nehmen, doch was heißt das eigentlich für dich? Erfahre, wie du clever Resteverwertung betreiben kannst und dabei mehr Ruhe, Achtsamkeit und Genuss in deinen Alltag bringen kannst.
Vielleicht geht es dir so wie meiner Kundin, die mit dem Thema Entsaften gar nicht vertraut war und ehrlich gesagt eher skeptisch dem Thema gegenüberstand. Als Ordnungscoach für Küchen beschäftige ich mich nicht nur mit dem Aufräumen der Küche, sondern auch mit dem Arbeiten und Wirken der Menschen in ihr. Aus dem Grund sprechen wir oft über die alltäglichen Prozesse und die Probleme, die immer wieder auftreten
Meine Kundin hatte im Herbst wenig bis gar keine Zeit, sich um die Ordnung in der Küche zu kümmern, weil sie mit dem Verarbeiten ihres Gartenobsts beschäftigt war.Kurz gesagt: Sie sah die Küche vor lauter Äpfeln nicht. Sie kochte die Äpfel ein, machte Apfelmus daraus und backte in allen Varianten Apfelkuchen – nebenbei bemerkt: sehr leckeren Apfelkuchen. Nur hatte sie das Problem, dass alle Familienmitglieder dessen überdrüssig waren, und somit blieb viel ihrer hausgemachten Apfelprodukte liegen.
Auch dieses Thema besprachen wir in unserer Coachingstunde, und ich erzählte ihr vom Slow Juicer – also vom Entsafter mit wenig Tempo und mehr Geschmack. Während normale Entsafter im Turbomodus alles kurz und klein hacken, nimmt sich ein Slow Juicer Zeit. Er arbeitet mit Presskraft statt Schneidemessern. Die Umdrehungen sind dabei sehr langsam und man bekommt mehr Saft oder Smoothie aus seinem Obst und Gemüse. Der erste große Vorteil für sie wäre also eine größere Auswahl an Apfelvarianten für die Familie.
Ich sehe ganz oft in Kühlschränken viele unterschiedliche Lebensmittel und viele Varianten von zum Beispiel Joghurt. Dabei ist das Geheimnis, immer nur die Grundzutaten im Haus zu haben und dann mit diesen zu variieren. Im Fall meiner Kundin hatte sie zu ihrem Apfelüberschuss auch noch Apfelsaft im Haus. Dieser könnte dann durch den selbst gepressten Apfelsaft ersetzt werden und mit allen möglichen Zutaten kombiniert werden, z. B. Honig, Zitrone. Verarbeitete Lebensmittel geben oft nur einen Weg der Zubereitung vor, doch ein Juicer inspiriert einen, kurz innezuhalten und darüber nachzudenken: Was könnte man wie kombinieren?
Diese Lust am Kombinieren macht es dann für alle wieder interessant im Geschmack, und damit werden die Äpfel auch ganz schnell verbraucht.
Die Kundin war, ehrlich gesagt, von der Idee zunächst nicht begeistert – noch ein Küchengerät mehr! Aus dem Grund habe ich ihr meinen Slow Juicer ausgeliehen und nach einer kurzen Erklärung ging es dann bei ihr auch gut voran. Sie meinte, es sei nicht mehr oder weniger Arbeit, als wenn sie einen Apfelkuchen backen würde, nur das Ergebnis ist halt anders. In ihrer Familie wird ohnehin viel Saft getrunken, und jetzt wird eben der eigene Apfelsaft getrunken – dabei variiert sie mehr mit den Zutaten. Ein weiterer Vorteil ist, dass dank der langsamen Pressung kaum Sauerstoff in den Saft gelangt. Dadurch entsteht weniger Oxidation und es bleibt mehr Frische. Vitamine und Enzyme bleiben erhalten, der Geschmack ist intensiver, natürlicher. Die Familie hat den geschmacklichen Unterschied gemerkt und somit steht für alle der Weihnachtswunsch in diesem Jahr fest.
Andere Kolumnen
Jetzt brauchte meine Kundin nur noch eine Idee, was sie mit dem Obst-Gemüsebrei, der nach dem Pressen übrig bleibt, anfangen könnte. Zur Erklärung: Der Slow Juicer hat zwei Gefäße – in das eine läuft der Saft und in das andere wird der trockene Restebrei, auch Trester genannt, aufgefangen. Dieser Trester kann aber auch, wenn man möchte, noch weiter verarbeitet werden. Hier kommen meine 3 Lieblingsrezepte, um die Reste zu verarbeiten:
Die Erfahrungen meiner Kundin haben mir gezeigt, dass es manchmal einfach ein Umdenken braucht, um sich einem Thema anzunähern. Es klingt im ersten Moment sehr aufwendig und ja, ich will gar nicht abstreiten, dass ein Küchengerät und Arbeit dazukommt, aber es schafft auch eine Leichtigkeit im Küchenalltag, weil mehr Vielfalt und Flexibilität entsteht.
Die verarbeiteten, teuren Produkte werden reduziert und frische, unverarbeitete Lebensmittel kommen wieder auf den Tisch. Ich habe für mich festgestellt, dass ich mehr Übersicht im Kühlschrank habe und meine Lebensmittel und Lebensmittelreste – wie eine Möhre, ein Stück Gurke – viel leichter noch verarbeitet werden können. Diese Gewissheit bringt mir Ruhe und ich achte auch mehr auf das, was ich einkaufe.
Auch wenn die Teile des Juicers nicht in den Geschirrspüler dürfen, ist die Reinigung echt einfach: Alles unter klarem Wasser abspülen und die Siebe bei Bedarf mit einer kleinen Bürste säubern. Auch da kann ich aus eigener und Kundenerfahrung sagen: Wenn man einmal verstanden hat, wie alles zusammengehört, geht das Reinigen auch schnell.
Mein Tipp zum Schluss: Gib dir beim ersten Mal ein bisschen Zeit. Es ist wie bei allem Neuen – ein paar Versuche und du wirst zur Queen (oder zum King) des Slow Juicings. Und wenn du dann das erste Mal deinen goldgelben Saft in einem schönen Glas bei Sonnenlicht bewunderst, wirst du wissen: Das war die beste Entscheidung seit deinem letzten Retreat.
In diesem Sinne: Genieß den Moment. Press das Leben. Und bleib slow.
Mehr Vielfalt im Alltag durch frische, kreative Kombinationen aus Obst und Gemüse.
Weniger Lebensmittelverschwendung dank cleverer Resteverwertung bis zum letzten Trester
Mehr Ruhe und bewusster Genuss durch entschleunigte Routinen in der Küche